Polyporus umbellatus – Eichhase

Polyporus umbellatus - Eichhase

Polyporus umbellatus – der Eichhase

Unter dem lateinischen Fachbegriff Polyporus umbellatus, auf Deutsch Eichhase, verbirgt sich eine Pilzart der Stielporlingsverwandten-Familie.
Bei uns nur wenig bekannt, ist der Eichhase ein bedeutender Heilpilz in der fernöstlichen Medizin.
Sowohl in China als auch in Japan ist seine Anwendung seit ca. 2.000 Jahren bis heute geläufig.
Dazu werden i. d. R. nicht die oberirdisch sichtbaren, essbaren Fruchtkörper, sondern das im Boden verborgene Sklerotikum verwendet.

Wo findet man den Polyporus umbellatus?

Eichhase-Pilze wachsen in dichten Büscheln vom Juli bis zum Oktober, und das vor allem am Grund von alten Eichen und Buchen. Nach ergiebigen Regenfällen sind schon ab Mai und bis in den November hinein Fruchtkörper zu sehen. Als wärmeliebender Pilz wächst der Polyporus umbellatus in Laubwäldern, Mischwäldern und Buchenwäldern auf einem kalziumreichen Boden mit kalkhaltigem oder basenhaltigem Untergrund. Der Eichhase lebt als Saprobiont oder Parasit am Grund von lebenden oder toten Bäumen bzw. Baumstümpfen (oder in der Nähe davon). Sogar nach dem Abholzen der Wirtsbäume kann man den Polyporus umbellatus noch bis zu 30 Jahre an den bestehenden Stümpfen (beispielsweise im nachfolgenden Fichtenbestand) vorfinden.
In Deutschland kommt der Eichhase von der Küste bis ins Alpenvorland vor. Eine kommerzielle Züchtung des Polyporus gelingt dagegen nur sehr selten.

Wie sieht der Polyporus umbellatus aus?

Die Fruchtkörper des Polyporus umbellatus Pilzes setzen sich aus zahlreichen runden und gestielten Einzelhüten zusammen, die 20 bis 40 cm Durchmesser erreichen und mehrere Kilogramm wiegen können. Aus den einzelnen Stielen bildet sich ein gemeinsamer Strunk. Die einzelnen Hüte (bis zu 200) sind 1 bis 4 cm breit und weisen einen Farbton von blassem Gelb bis Graubraun auf. Ihre faserige Oberfläche ist in der Mitte vertieft. Der recht dünne Rand ist wellig verbogen. Auf der Unterseite der Hüte ist eine weißliche Porenschicht bemerkbar. Die rundlichen Poren und die 1 bis 2 cm langen Röhren zeichnen den Polyporus umbellatus genauso aus wie das brüchige, faserige, weißliche Fruchtfleisch. Das knollig verzweigte Sklerotium mit runzliger Oberfläche umwächst meist dünne, noch lebende Baumwurzeln. Es besteht aus einer dünnen braunschwarzen Rinde und einem zähen, korkigen Inneren. Das Sporenpulver ist von weißlicher Farbe.

Ist der Polyporus umbellatus – Eichhase essbar?

Ja, man kann den Polyporus umbellatus als Speisepilz ansehen. Sein Fruchtfleisch entfaltet jung einen angenehm mehlartigen Geruch und einen pilzartigen, unaufdringlichen Geschmack mit nussigem Beiklang.
Allerdings verdirbt der Eichhase relativ schnell und ist allein schon aufgrund des üblen Geruches nicht mehr genießbar.

Der Eichhase als Medizinalpilz

Das mild, süßlich schmeckende unterirdische Sklerotikum wirkt harntreibend und entwässernd ohne dabei Kalium auszuschwemmen. Ebenfalls erhofft man sich Auswirkungen auf das Muskelgewebe, das Haarwachstum, die Schweißporen und die Hautstruktur.

Quellen:
Prof. Dr. Jan Lelley “Die Heilkraft der Pilze”
Dr. Jochen Kurth “Dr. Kurths Heilpilzvademecum”
Dipl. Ing. Jürgen Guthmann “Heilende Pilze”

Wertgebende Inhaltsstoffe des Polyporus umbellatus

Der Vitalpilz Eichhase ist reich an Mineralstoffen wie Calcium und Kalium, Phosphor und Eisen sowie an Spurenelementen wie Zink, Kupfer, Selen, Germanium und Mangan.
Diverse wertvolle Polyporusterone (Triterpene) und essenzielle Aminosäuren sowie Polysaccharide, Polypeptide und Ergosterin (Provitamin D2) machen den Heilpilz Eichhase ebenfalls interessant.