Cordyceps sinensis (Raupenpilz)
Cordyceps sinensis (Raupenpilz)

Raupenpilz, was ist das?

Die Raupenpilze hören auf den lateinischen Namen Cordyceps sinensis und gehören zu den Pilzarten, die nicht an Holz wie z. B. an Baumstämmen wachsen, sondern als Parasiten bestimmte Tiere als Wirt nutzen: Die Raupen des Schmetterlings Hepalius armoricanus (Schmetterlingsfamilie der Wurzelbohrer) dienen dem Raupenpilz (Cordyceps sinensis) als Nahrungssubstrat und haben ihm seinen Namen eingebracht. Zudem hat sich der Begriff Chinesischer Raupenpilz (Ophiocordyceps sinensis) eingebürgert, da man den Ursprung der Pilzart in China vermutet. Der Chinesische Raupenpilz wird des Weiteren als Tibetischer Raupenkeulenpilz und Tibetischer Raupenpilz bezeichnet, was ebenfalls auf seine Herkunft in Asien verweist. Es handelt sich um einen Schlauchpilz mit dunkelbrauner bis schwarzer Spitze, der zur Gruppe der Kernkeulen gezählt wird und in den Bergen Tibets endemisch ist. In seiner Heimat – also im tibetischen Hochland und in den umgebenden Gebieten des Himalajas – wird der Schlauchpilz als Yartsa Gunbu bezeichnet, was man ungefähr mit Sommergras-Winterwurm übersetzen kann. Tochukaso und Chong Cao sind weitere einheimische Namen für den Raupenpilz Cordyceps sinensis.

Wo wachsen Raupenpilze?

Nach wie vor beschränkt sich das Vorkommen auf asiatische Länder wie Tibet und China. Der Raupenpilz ist in Höhen von 3.000 bis zu 5.000 m anzutreffen, und das im Gras- und Strauchland. Er bildet gestielte Sammelfruchtkörper, die man Stromata nennt. Sie weisen eine schlanke Form auf, die an Keulen erinnert. Der Pilz ist braun gefärbt, und seine Sammelfruchtkörper können 8 bis 15 cm hoch werden. Die Größe variiert, was vermutlich daran liegt, dass sie mit der Art der befallenen Raupe zusammenhängt. Der Fruchtkörper des Pilzes wird etwa zweimal oder sogar viermal so lang wie die befallene Raupe. Im oberen Drittel des Stromas bilden sich die sporentragenden Teile aus.

Wie entsteht ein Raupenpilz?

Als Parasit befällt der Raupenpilz mit seinen Sporen die im Boden befindlichen Raupenlarven, die aus den gelegten Schmetterlingseiern entstanden sind und sich von Pflanzenwurzeln ernähren. Das schrittweise im Körper der Raupen entstehende Pilzgeflecht ernährt sich vom Gewebe der Tiere, bis der gesamte Körper von seinen feinen Fäden ausgefüllt ist. Aus ihnen treibt der Pilz anschließend fingerförmige bis keulenförmige Fruchtkörper aus. Ausreichend Feuchtigkeit ist für sein Wachstum wichtig. Ebenso muss es für die befallenen Raupen der Geistermotten genügend Futter geben. Die asiatischen Weiden sind weitgehend mit Schuppenseggen, Knöterichgewächsen, Sauergrasgewächsen, Hülsenfrüchten, Liliengewächsen und Süßgräsern bewachsen, was für ideale Bedingungen für das Wachstum von Raupenpilzen sorgt. Das zunehmend beweidete Hochland in Tibet und China treibt dies noch voran. Heute ist die Pilzart weiter verbreitet als in der Vergangenheit.

Die mit dem Pilz-Parasit infizierten Raupen überdauern den Winter im Boden. Es dauert bis zum Frühjahr (April und Mai), bis der Fruchtkörper aus dem Kopf der Raupe austritt und über die Erdoberfläche hinausragt. Während der Pilz-Entwicklung wird das Substrat immer mehr zersetzt, bis schließlich lediglich die weiche Außenhülle übrig bleibt. Sie ist mit dem Myzel des Pilzes gefüllt. Die Fruktifikation dauert bis Juni oder Juli. In manchen Regionen gedeiht der Cordyceps Pilz sogar rund zwei Monate lang oder bis in den August hinein. Hohe Niederschlagsmengen im vorher auftretenden Monsun können die Fruktifikation positiv beeinflussen. Eine ähnliche Wirkung entfalten große Schneemengen im Winter, speziell in Verbindung mit einem milden Frühjahr. Halten die Schneedecken zu lang an, dann mag dies hingegen zu einem Zerfall der Fruchtkörper führen.

Weswegen Raupenpilze?

Den Chinesischen Raupenpilz sammeln und nutzen die Menschen vermutlich schon seit mindestens 1.000 Jahren. Die erste schriftliche Erwähnung findet er in der Traditionellen Tibetischen Medizin des 15. Jahrhunderts. Ab dem 17. Jahrhundert ist der Handel mit ihm zwischen Tibet und China nachgewiesen. Noch heute ist er in diesen beiden Ländern sowie in Nachbarländern wie Korea und Japan gern gesehen. Der Chinesische Raupenpilz ist ein kulinarisches Statussymbol und spielt als Geschenk sowie bei den traditionellen Neujahrsfeiern der Chinesen eine bedeutende Rolle. Er ist ein Symbol für Wohlstand. Zudem hat er Einzug in der Chinesischen Medizin gehalten.

Auf dem chinesischen Markt findet man nicht mehr nur gesammelte Raupenpilze, sondern gezüchtete Myzele und daraus hergestellte Pillen. Dennoch spielt das Sammeln nach wie vor eine wichtige Rolle: Jahr für Jahr sammelt man wahrscheinlich Hunderte von Millionen Exemplare des Chinesischen Raupenpilzes in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet. Schätzungen gehen von jährlich 140 bis 150 Tonnen aus, mit pro Tag fünf bis zehn Pilzen pro Sammler. Der Tibetische Raupenpilz wird seit Jahrhunderten als Währung eingesetzt – sogar noch in der Gegenwart. Hierbei spielt die Qualität des Raupenpilzes eine wichtige Rolle. Sie wird vor allem durch die Größe der befallenen Raupe bestimmt, aber auch durch das Größenverhältnis des Stromas und des befallenen Tieres und durch die Festigkeit der Raupe. Die letzteren beiden Merkmale geben einen Hinweis auf das Alter des Pilzes. Sie hängen vom Zeitpunkt des Pilzesammelns ab. Einen höheren Preis erzielt man für Exemplare, deren Stromata etwa so lang sind wie die Raupe. Man geht nämlich davon aus, dass in diesem Stadium die Potenz des Pilzes besonders hoch ist. Der überraschend hohe Preis (teurer als Gold), den man auf dem Weltmarkt für Cordyceps erzielen kann, hat dazu geführt, dass man mit dem Züchten von Raupenpilz auf Reis experimentiert. Dabei sollen dieselben Eigenschaften wie beim wilden Wachstum beobachtbar sein.

Raupenpilz kaufen: Ist der Raupenpilz essbar?

Ja, obgleich er eher als Delikatesse für Gourmets und als Rarität angesehen wird. Das hat mit seinem Vorkommen in Asien und seiner komplizierten Zucht mithilfe von Raupen zu tun. Man kann zwar Raupenpilze essen, aber das ist nicht der Hauptverwendungszweck der kostbaren, bei den Chinesen und Tibetern geschätzten Vitalpilze. Verwendet man sie in der Küche, dann werden sie häufig mit Geflügel wie Ente oder Huhn gekocht. Einige schwören darauf, den Raupenpilz als Aphrodisiakum zuzubereiten.

Asiatischer Raupenpilz als Vitalpilz: die Raupenpilz Wirkung

Die Asiaten sagen dem parasitären Raupenpilz eine aphrodisierende und kräftige Wirkung nach, wobei es hierfür keine eindeutigen Beweise gibt. Für die Nutzung in der alternativen Heilkunde reicht das natürliche Vorkommen nicht mehr aus, sodass es sich eingebürgert hat, das Myzel zu züchten. In ihm sind mehr wertvolle Inhaltsstoffe vorhanden als im Fruchtkörper. Essenzielle Aminosäuren, Spurenelemente, Polysaccharide, Glykoproteine und diverse Vitamine machen den Cordyceps als Heilpilz interessant. Manche vergleichen die Raupenpilz Wirkung mit der von Johanniskraut. Zur Einnahme muss man den Pilz bzw. sein Myzel trocknen und dann zu Pulver und zu Raupenpilz Kapseln verarbeiten, wobei im Handel Präparate als Nahrungsergänzungsmittel zur unkomplizierten Raupenpilz Anwendung erhältlich sind. Der Vitalpilz enthält Zink, Selen, Beta-Carotin, Vitamin C und Vitamin E. Ergosterin, Cordycepin und Cordyol A-C gehören ebenfalls zu seinen begehrten Wirkstoffen, mit denen man theoretisch danach strebt, das Immunsystem zu unterstützen. In den 90er-Jahren sind die Europäer auf den Raupenpilz aufmerksam geworden, und immer mehr Studien beschäftigen sich seither mit der Raupenpilz Dosierung und Wirkung sowie mit eventuellen Raupenpilz Nebenwirkungen.

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