Cordyceps sinensis – Raupenpilz

Cordyceps sinensis - Raupenpilz

Cordyceps sinensis – Raupenpilz

Die Raupenpilze hören auf den lateinischen Namen Cordyceps sinensis und gehören zu den Pilzarten, die nicht an Holz wie z. B. an Baumstämmen wachsen, sondern als Parasiten bestimmte Tiere als Wirt nutzen: Die Raupen des Schmetterlings Hepalius armoricanus (Schmetterlingsfamilie der Wurzelbohrer) dienen dem Raupenpilz als Nahrungssubstrat und haben ihm seinen Namen eingebracht. Zudem hat sich auch der Begriff Chinesischer Raupenpilz (Ophiocordyceps sinensis) eingebürgert, da man den Ursprung der Pilzart in China vermutet. Der Cordyceps sinensis – Raupenpilz wird des Weiteren als Tibetischer Raupenkeulenpilz und Tibetischer Raupenpilz bezeichnet, was ebenfalls auf seine Herkunft in Asien verweist. Es handelt sich um einen Schlauchpilz mit dunkelbrauner bis schwarzer Spitze, der zur Gruppe der Kernkeulen gezählt wird und in den Bergen Tibets endemisch ist. In seiner Heimat – also im tibetischen Hochland und in den umgebenden Gebieten des Himalajas – wird der Schlauchpilz als Yartsa Gunbu bezeichnet, was man ungefähr mit Sommergras-Winterwurm übersetzen kann. Tochukaso und Chong Cao sind weitere einheimische Namen für den Raupenpilz Cordyceps sinensis.

Wie entsteht der Cordyceps sinensis – Raupenpilz?

Der Cordyceps sinensis befällt als Parasit mit seinen Sporen die im Boden befindlichen Raupenlarven, die aus den gelegten Schmetterlingseiern entstanden sind und sich von Pflanzenwurzeln ernähren. Das schrittweise im Körper der Raupen entstehende Pilzgeflecht ernährt sich vom Gewebe der Tiere, bis der gesamte Körper von seinen feinen Fäden ausgefüllt ist. Aus ihnen treibt der Pilz anschließend fingerförmige bis keulenförmige Fruchtkörper aus. Ausreichend Feuchtigkeit ist für sein Wachstum wichtig. Ebenso muss es für die befallenen Raupen der Geistermotten genügend Futter geben. Die asiatischen Weiden sind weitgehend mit Schuppenseggen, Knöterichgewächsen, Sauergrasgewächsen, Hülsenfrüchten, Liliengewächsen und Süßgräsern bewachsen, was für ideale Bedingungen für das Wachstum des Cordyceps sinensis sorgt.
Das zunehmend beweidete Hochland in Tibet und China treibt dies noch voran. Heute ist die Pilzart weiter verbreitet als in der Vergangenheit.

Die mit dem Pilz-Parasit infizierten Raupen überdauern den Winter im Boden. Es dauert bis zum Frühjahr (April und Mai), bis der Fruchtkörper aus dem Kopf der Raupe austritt und über die Erdoberfläche hinausragt. Während der Entwicklung des Cordyceps sinensis wird das Substrat immer mehr zersetzt, bis schließlich lediglich die weiche Außenhülle übrig bleibt. Sie ist mit dem Myzel des Pilzes gefüllt. Die Fruktifikation dauert bis Juni oder Juli. In manchen Regionen gedeiht der Raupenpilz sogar rund zwei Monate lang oder bis in den August hinein. Hohe Niederschlagsmengen im vorher auftretenden Monsun können die Fruktifikation positiv beeinflussen. Eine ähnliche Wirkung entfalten große Schneemengen im Winter, speziell in Verbindung mit einem milden Frühjahr. Halten die Schneedecken zu lang an, dann mag dies hingegen zu einem Zerfall der Fruchtkörper führen.
Am Ende der Seite finden Sie einen Film, der die Entstehung des Cordyceps sinensis im Zeitraffer darstellt.

Wo wächst der Raupenpilz?

Nach wie vor beschränkt sich das Vorkommen auf asiatische Länder wie Tibet und China.
Überwiegend findet man den Cordyceps sinensis in den alpinen Graslandschaften Südwestchinas, in der Provinz Yunnan, in Mittel- und Nordchina und in Tibet in Höhenlagen von bis zu 5.000 m vor.
Die Stadt Lithang in Osttibet liegt auf über 4.000 m Höhe und ist derzeit das größte Handelszentrum der Raupenpilzsammlung.
Der Cordyceps sinensis ist für die tibetische Bevölkerung von außerordentlicher Bedeutung. Früher war er ein wichtiger Tauschartikel, heute stellt er für die tibetische Landbevölkerung die Haupteinnahmequelle dar.

Der Raupenpilz und seine wirtschaftliche Bedeutung

Die Angaben über die jährlichen Sammelmengen sind sehr unterschiedlich.
In Tibet geht man von ca. 50 Tonnen aus. Für das gesamte Verbreitungsgebiet wird eine Menge von 100 – 200 Tonnen angegeben.
Unter der Tatsache, dass der Cordyceps sinensis zwischen 0,8 g und 1 g schwer ist, kommt man auf geradezu astronomische Zahlen von jedenfalls deutlich mehr als 100 Millionen Pilze, die einen Wert von einigen hundert Millionen Euro haben.
Da sich der Raupenpilz in den letzten 10 – 20 Jahren zu einem Statussymbol der neureichen chinesischen Elite entwickelt hat, haben sich die Preise haben in diesem Zeitraum verhundertfacht.
Gegenwärtig werden für die beste Güteklasse ca. 30.000 USD p/kg bezahlt.
Nachdem der Pilz so teuer ist, kommt es mittlerweile häufig vor, dass in den Pilz kleine Holzstücke oder Drahtstücke aus Blei oder Lötzinn geschoben werden.

Der Cordyceps sinensis als Speisepilz

In der asiatischen Medizinallehre gibt es keine strikte Trennung zwischen Nahrungs- und Heilmitteln.
Der Cordyceps sinensis erweist sich als zäh, aber durchaus wohlschmeckend. Der Geruch und Geschmack erinnert an andere Speisepilze mit einer leichten Zimtnote.

Der Cordyceps sinensis als Vitalpilz

Der Cordycerps sinensis genießt in der asiatischen Volksmedizin ähnlich wie der Ginseng ein außerordentlich hohes Ansehen. Dem Ginseng gilt er als gleichwertig oder sogar überlegen.
Wie bei anderen Vitalpilzen spielen auch beim Cordyceps sinensis die enthaltenen Polysaccharide wie ß-D-Glucane und Galactosaminoglycane eine große Rolle für die medizinische Wirkung.
Eine weitere Gruppe potenter Wirkstoffe sind die enthaltenen Sterole, z. B. Ergosterol, Sitosterol, Daucosterol und Campeasterol.
Sie besitzen dieselbe Grundstruktur wie das Cholesterin und sind an einer unüberschaubaren Palette von pharmakologisch interessanten Wirkunden beteiligt.
Aufgrund gesetzlicher Vorschriften darf an dieser Stelle nicht auf die vielfältigen medizinischen Wirkungen des Raupenpilzes eingegangen werden.
Aber der Interessierte wird in der Flut der derzeit verfügbaren Publikationen sicher fündig werden.

Cordyceps sinensis – kaufen

Der Raupenpilzbedarf für die Weltmärkte außerhalb Asiens wird allein schon aus Kostengründen durch ein künstliches Pilzmyzel gedeckt.
Es ist nachgewiesen, dass die Inhaltsstoffe vom Raupenpilz und vom künstlich gezüchteten Myzel weitgehend identisch sind.
Die Zucht von Cordyceps-Myzel in Flüssigkultur wurde in China in den frühen 1980er Jahren entwickelt. Diese Technik wird auch zur Gewinnung anderer Pilzarten eingesetzt.
Aufgrund der großen Nachfrage und des hohen Preises für die wild wachsenden Raupenpilze hat man in China und Korea viel Geld für die Erforschung der Zuchtbedingungen und die Entwicklung wirkstoffreicher Pilzstämme gesteckt.
Mittlerweile werden Pilzmyzel in riesigen Mengen in großen Tanks als Flüssigkultur oder auf festem Substrat gezüchtet. Die Züchtung auf festem Substrat ist hauptsächlich in USA oder Japan verbreitet. Diese Technik hat aber den Nachteil, dass man anschließend die unverbrauchten Substratreste (Stroh, Reis etc.) von den Pilzzellen trennen muss. Selbst bei bester Trennung verbleiben immer noch einige Prozent zwar unschädlicher aber wertmindernder Bestandteile.

Quellen:
Prof. Dr. Jan Lelley “Die Heilkraft der Pilze”
Dr. Jochen Kurth “Dr. Kurths Heilpilzvademecum”
Dipl. Ing. Jürgen Guthmann “Heilende Pilze”

Der getrocknete Cordyceps sinensis enthält etwa 8,5% Fett, 25,3% Protein, 18,5% Rohfaser (Ballaststoffe), etwa 29% Kohlenhydrate (11% Polysaccharide und 7% Mannitol) und 11% Wasser (China Science Institute Shymiang Edible Center).Der Cordyceps sinensis enthält alle essenziellen Aminosäuren, Fettsäuren (gesättigte und ungesättigte), die antioxidativ wirkenden Vitamine E, A und Vitamin K, woebei Letzteres eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung spielt.
Außerdem enthält er viele Spurenelemente und die Vitamine B1, B2 und B12.
Medizinisch interessant sind vor allem die komplex aufgebauten Polysaccharide, Peptide, Sterole und spezielle Nucleoside.

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