Coprinus comatus (Schopftintling)

Der Schopftintling – manchmal Schopf-Tintling geschrieben – stellt eine Pilzart innerhalb der Champignonverwandten-Familie dar. Synonyme für die übliche Bezeichnung sind u. a. Tintenpilz, Tintenschopfling (irreführend), Porzellantintling, Schopfpilz und Spargelpilz. Der lateinische Fachbegriff für die Pilzart ist Coprinus comatus. Dieser Pilz gehört zur Gattung der Tintlinge und zur Ordnung der Champignonartigen.

Sind Schopftintlinge essbar? Ja, sie gelten sogar als Delikatesse, sind aber eher ein Geheimtipp als ein bekannter Marktpilz. Dabei ist der Schopf-Tintling interessanterweise sowohl ein Speisepilz als auch ein Vitalpilz. Er kommt in der nördlichen Halbkugel in vielen Ländern an Wegrändern und auf Wiesen vor und ist u. a. in Deutschland heimisch. Sogar im urbanen Bereich begegnet man der Pilzart, speziell in großen Gruppen auf gedüngten Rasenflächen von Wohnsiedlungen in der Stadt. Die Fruchtkörper der Spargelpilze erscheinen von April bis November, wobei die Fruktifikation in Mitteleuropa im September ihren Höhepunkt erreicht.

Schopftintling Speisepilze: Wissenswertes zum Tintenpilz und seinen Merkmalen

Der Name Spargelpilz hat sich für den Schopftintling (Coprinus comatus) eingebürgert, weil die jungen Pilze mit ihrem blassen Farbton und der länglichen, hohen Wuchsweise an Spargel denken lassen. Außerdem erinnern essbare Spargelpilze vom Geschmack her an den Spargel, sodass die Namensgebung wirklich Sinn macht. Warum aber nennt man den Pilz zudem Schopfpilz oder Schopftintling? Auch hierfür gibt es einen guten Grund: Im Laufe des Wachstums und der Alterung rollt sich der ursprünglich eiförmige bis walzenförmige Hut der Pilze glockenförmig auf, nachdem er sich schrittweise öffnet. Diese Schopfform ist anteilig namensgebend. Wieso Schopftintling mit einem Bezug auf Tinte? Der Coprinus comatus ist selbstverdauend bzw. selbstauflösend! Er sondert während der Selbstauflösung (Autolyse) eine mit Enzymen versehene Flüssigkeit ab, die tintenschwarz ist. Zurück bleibt eine unschöne, zähe, dunkle Masse auf dem Gras.

Schopftintling – Aussehen

Der Hut der Schopftintlinge ist rund 5 bis 10 cm hoch und 3 bis 6 cm breit. Die zu Beginn weiße, lediglich am Rand leicht beige bis rosafarbene, an der Spitze rötlich bräunliche Außenhaut des Hutes reißt beim Wachsen zu Schuppen auf. Das dünne Fruchtfleisch des Tintenpilzes ist weiß. Die weißen bis rosafarbenen Lamellen sind anfänglich wegen der Hutform nicht sichtbar. Die Selbstauflösung dient dem Verbreiten von Sporen. Die Pilzsporen tropfen mit der tintenschwarzen Flüssigkeit ab, wobei sie sich gleichzeitig auch als Staub mittels Luftbewegungen verbreiten. Der weiße Stiel des Schopf-Tintlings ist knollig, geschuppt und längsfaserig mit einem Durchmesser von circa 1 bis 2 cm. Er stellt einen schmalen, unverwachsenen und häutigen Ring zur Schau. Die Pilzart Schopftintling lebt saprotroph und nematophag. Das bedeutet, dass der Tintenpilz kleine Fadenwürmer (Nematoden) erbeutet und diese verdaut. Zu diesem Zweck verfügt der Schopf-Tintling über winzige, kugelige Strukturen mit dornigen Auswüchsen als Fangorgane. Sie scheiden ein Toxin aus, um Nematoden unbeweglich zu machen. Das Myzel des Schopftintlings besiedelt die Nematoden und leitet innerhalb weniger Tage die Verdauung ein.

Vorsicht: Es besteht theoretisch eine Schopftintling Verwechslungsgefahr mit dem Falten-Tintling (Coprinus atramentarius). Jener Pilz kann in Kombination mit Alkohol Vergiftungserscheinungen auslösen, sodass Vorsicht geboten ist. Der Spargelpilz mag ebenso in Verbindung mit Alkohol – gleichzeitig oder danach genossen – eine schwach giftige Wirkung entfalten. Man spricht hier vom sogenannten Coprinus-Syndrom. Sehr gefährlich sind die Symptome nicht, wobei sie z. B. Unwohlsein, Schweißausbrüche, Gesichtsrötung, Kreislaufstörungen und Herzklopfen umfassen. Das Risiko beim Schopftintling ist geringer als beim Glimmertintling und beim Faltentintling mit höherem Gehalt an Coprin.

Schopftintling züchten oder kaufen?

Es ist möglich, den Schopfpilz zu züchten, wobei dies ein bisschen Aufwand nach sich zieht. Der kultivierbare Pilz lässt sich aus Körnerbrut ziehen, welche von einem Pilzgeflecht durchwachsen ist. Einfacher ist es, den Speisepilz Schopftintling zu kaufen. Wer ihn als Heilpilz verwenden will, sollte auf entsprechende Präparate aus dem Handel zurückgreifen. Aufgrund der Autolyse von alten Exemplaren empfiehlt sich stets die Verwendung von jungen, frischen Pilzen. Der Schopftintling (Coprinus comatus) ist nicht lang haltbar, was mit ein Grund ist, warum er sich nicht als Speisepilz durchsetzen konnte. In gehobenen Kreisen und bei Profiköchen sowie Gourmets ist der Speisepilz Tintenpilz jedoch gern gesehen, sodass man ohne Umstände offline und online Schopftintling kaufen kann.

Schopftintling wann ernten?

Man sollte nur junge Schopftintlinge ernten. Der ideale Zeitpunkt ist, wenn die Lamellen weiß bis rosafarben sind und der Hut sich noch nicht glockenförmig ausgebreitet hat. Der Speisepilz besitzt dann eine zarte Konsistenz und erinnert ganz entfernt an Champignons. Das milde Aroma und der einprägsame, aber unaufdringliche Geschmack laden u. a. dazu ein, eine Schopftintling Suppe zuzubereiten. Nach der Ernte muss der Tintenpilz rasch verarbeitet werden – aber sollte man den Schopftintling trocknen? Da der Spargelpilz zu den leicht verderblichen Pilzen gehört, macht ein Trocknen nur wenig Sinn. Besser ist die frische Zubereitung am selben Tag wie dem Sammeln oder dem Kauf.

Ein Tipp: Um die Haltbarkeit (für den Transport) der Schopftintlinge zu verlängern, ist es ratsam, den Stiel vorsichtig herauszudrehen und die Stiele separat aufzubewahren. So werden die Hüte ein bisschen länger überdauern. Die Schopftintling-Stiele eignen sich gut dazu, ein hoch aromatisches Pilzpulver zu gewinnen. Die Tintenpilze sind daher als Würzpilze interessant.

Wie bereitet man Schopftintling zu?

Neben Eintöpfen und Suppen mit Schopftintling bieten sich diverse weitere Verwendungen in der Küche an, denn dieser Speisepilz ist ein dezentes Multitalent. Ein gängiges Schopftintling Rezept ist beispielsweise ein Gericht, bei dem die Pilzart den Spargel ersetzt. Das aus den Stielen gewonnene Pulver eignet sich zum Verfeinern und Würzen von Pfannengerichten. Wer mag, brät den Schopftintling leicht an und verzehrt ihn als Beilage oder gemeinsam mit anderen Pilzen oder Gemüse. Sein Geschmack ist mild und kräftig zugleich und kommt sogar ohne Salz und Pfeffer erstaunlich gut zur Geltung.

Der Schopftintling als Vitalpilze

Nicht nur als Speisepilz, sondern theoretisch auch als Heilpilz überzeugt der Tintenpilz. So hört man u. a. von der angeblichen Schopftintling Wirkung bei Diabetes Mellitus. Unwiderrufliche Studienergebnisse zum Thema Schopftintling Forschungserfahrung bei Diabetes gibt es jedoch nicht. Ein hoher Gehalt an Nährstoffen macht den Coprinus comatus interessant als Vitalpilz in der traditionellen chinesischen Heilkunde und der alternativen Naturmedizin. So umfasst der Schopfpilz wichtige Aminosäuren sowie Magnesium, Kalzium, Kalium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Vanadium in recht hohem Maße. Des Weiteren beinhaltet er Polysaccharide wie Fucogalactan, B-Vitamine (Niacin, Thiamin, Riboflavin) und Vitamin C. Ein hoher Gehalt an Lektinen sowie ein Vorkommen des Antioxidationsmittels L-Ergothionin ist bemerkbar. Darm und Pankreas sind die Zielorgane bei den Forschungen zur Wirkung von Schopftintling. Man erhofft sich einen Einfluss auf die Blutzuckerregulation durch die Einnahme von Coprinuspulver. Vorteilhaft wäre zudem eine antibakterielle Wirkung.

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