Pflanzenextrakte

Pflanzenextrakte bei Amansi

Informationen zu Extrakten

In der alternativen Medizin führt kein Weg an den Pflanzenextrakten vorbei. 
Sie spielen seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle in der Naturheilkunde und eignen sich für die verschiedensten Anwendungszwecke. Bekannte Persönlichkeiten wie Hildegard von Bingen schworen auf die Kraft der Pflanzenextrakte, und sie sind noch heute ein bedeutender Bestandteil diverser Behandlungsmethoden.

Was sind Pflanzenextrakte?

Es handelt sich wortwörtlich um einen Extrakt aus Pflanzen aller Art, seien es Blüten, Blätter, Früchte, Wurzeln, Rhizome und Knollen, Samen, Baumrinde, Holz, Harz, Pilze oder andere pflanzliche Substanzen. Genau genommen verwendet man den Oberbegriff Pflanzenextrakte für Lösungen aus pflanzlichen Inhaltsstoffen. Unterschieden wird grob in Lösungen in Öl und Lösungen in Wasser. Welches Lösungsmittel sich eignet und wie die Herstellung erfolgt, das hängt jeweils von der Pflanze ab.

Pflanzenextrakte herstellen

Die Gewinnung von Pflanzenextrakten mit ihren kostbaren Inhaltsstoffen wie Flavonoiden, Spurenelementen, Mineralstoffen und Vitaminen ist stets mit der Herstellung einer Lösung verbunden. Vitamine sind eher in Öl löslich und liefern ölige Pflanzenextrakte, wohingegen Spurenelemente und Mineralstoffe besser in Wasser löslich sind und wässrige Pflanzenextrakte liefern. In der Regel kommt neben dem Auszugsmittel Wasser unterstützend noch Glycerin oder Alkohol (in der Form von Trinkalkohol wie Ehtanol) zum Einsatz. Aufgrund des Verfahrens nennt man Pflanzenextrakte auch Pflanzenauszüge.

Alkoholauszüge bezeichnen wir als Tinkturen. Sowohl hydrophile (wasserlösliche) als auch lipophyle (fettlösliche) Wirkstoffe sind so extrahierbar. Eine nicht ganz so effektive Alternative zum Alkohol sind Glycerite, die fast nur für wasserlösliche Wirkstoffe geeignet sind. Man zieht sie vor, wenn Naturkosmetik oder andere Produkte keinen Alkohol enthalten sollen. Hydrolate sind Extrakte, die man den Pflanzen mittels Wasserdampfdestillation entzogen hat und die sich mit ätherischen Ölen vergleichen lassen. Sie gelten als milder und einfacher in der Anwendung als ätherische Öle und finden u. a. als Duftstoff ihren Weg in die Naturkosmetik.

Es ist möglich, entweder getrocknete oder frische Pflanzenteile zu verwenden. Auch dies ist an diverse Faktoren gekoppelt, u. a. an das Vorkommen der Pflanze, an die Jahreszeit und an die gewünschte Produktionsmenge der Pflanzenextrakte. Ein Pflanzenauszug aus professionell getrockneten Rohstoffen ist heutzutage üblicher. Was den Auszug selbst angeht, so empfiehlt sich seine rasche Weiterverarbeitung, damit die Inhaltsstoffe ihre Wirkung nicht verlieren. Da es sich bei Pflanzenextrakten um konzentrierte Auszüge handelt, bedeutet dies, dass das Lösungsmittel vor der Weiterverarbeitung oder Anwendung komplett entfernt wird. Abwandlungen von regulären Pflanzenauszügen (Tinktur) sind der Kaltauszug nach einer Mazeration, das Abkochen und der Aufguss (Infus). Ölauszüge sind ebenfalls Mazerate, bei denen die Pflanzen in der Flüssigkeit eingelegt werden und ihre Aromen mit der Zeit abgeben.

Einige Details bei der Herstellung von Pflanzenextrakten entscheiden letztlich über die Qualität. Dazu zählen die Temperatur, die Dauer und die Helligkeit:

– Es gibt Rohstoffe, die sich besser lösen, wenn eine warme bis heiße Temperatur gewählt wird. Ist diese Temperatur jedoch zu hoch, kann dies zu einem Verlust der wertvollen Substanzen führen.

– Die Dauer bezieht sich auf die Zeit, welche die jeweilige Pflanze in der öligen oder wässrigen Flüssigkeit ziehen darf. Zu kurz, und man fängt nicht ausreichend Inhaltsstoffe ein; zu lang, und man löst potenziell verunreinigende, unerwünschte Stoffe heraus. Je nach Rohstoff beträgt der ideale Zeitraum nur wenige Minuten oder sogar mehrere Tage.

– Außerdem bevorzugen einige Pflanzen viel Sonnenlicht, andere hingegen Dunkelheit.

Es ist also in jedem Fall wichtig, sich mit den Eigenschaften der Pflanze vertraut zu machen und diese bei der Gewinnung von Pflanzenauszügen zu berücksichtigen. Wässrig-alkoholische Pflanzenextrakte und ölige Pflanzenextrakte weisen sowohl bei der Herstellung als auch bei der Anwendung leichte Unterschiede auf. Ein Vorteil von in Wasser gelösten Pflanzenauszügen ist, dass sie sich quasi selbst konservieren und daher lang haltbar sind. Zudem ist Alkohol dafür bekannt, eine große Auswahl an Wirkstoffen zu lösen. Sogar fettlösliche Substanzen wie Gerbstoffe/Bitterstoffe, Saponine, Flavonoide, Alkaloide, Carotinoide und Glycoside lassen sich hiermit extrahieren – in Ergänzung zu den wasserlöslichen Komponenten.

Frischpflanzenauszüge weisen von Natur aus einen höheren Wassergehalt auf als Pflanzenauszüge aus getrockneten Rohstoffen. Wie konzentriert der Alkohol für die Tinktur sein sollte, ist von den Eigenheiten der Pflanze abhängig zu machen. Bei holzigen Komponenten oder Wurzeln ist er höher als bei Blättern und Blüten. Bei Harzen liegt er teilweise sogar über 70 %. 70-prozentiger Alkohol ist übrigens ein üblicher Wert, da er die fettliebenden und wasserliebenden Stoffe gut löst. Es kommt bei der Selektion des Alkoholgehalts aber nicht nur auf die Löslichkeit des Ausgangsstoffes an, sondern auch auf die erwünschten extrahierten Wirkstoffe. Wichtig ist abgesehen von all diesen Faktoren, dass man die pflanzlichen Teile ausreichend zerkleinert, damit die Zellen aufgebrochen werden und das Lösungsmittel rasch einzieht.

Einsatzmöglichkeiten für Pflanzenextrakte

Pflanzenauszüge kommen öfter im Alltag zum Einsatz, als uns dies bewusst ist. Sie finden z. B. ihren Weg in diverse Nahrungsergänzungsmittel, Getränke, Spirituosen und Lebensmittel. Zudem sind sie bei der Naturkosmetik das A und O. Bei zahlreichen Pflegeprodukten und Produkte für die Körperhygiene sollen die in den Pflanzenauszügen enthaltenen Wirkstoffe beispielsweise eine anregende, beruhigende, revitalisierende, verjüngende oder schützende Funktion ausüben. Eben jene gewünschten Effekte sind ein Grund, warum Pflanzenextrakte in der Naturheilkunde unerlässlich sind. 

Neben den Flüssigextrakten lassen sich Dickextrakte und Trockenextrakte gewinnen, aus denen Salben, Tropfen, Säfte, Lotionen, Cremes, Tabletten, Gele, Sirupe, Dragees, Kapseln oder Granulate für die alternative Medizin entstehen.

Ein Vorteil der Nutzung von Pflanzenauszügen anstelle der Gewinnung isolierter pflanzlicher Wirkstoffe für ein Präparat ist die synergistische Gesamtwirkung. Damit meint man, dass die natürlich miteinander verbundenen Inhaltsstoffe sich gegenseitig unterstützen. Das wiederum sorgt für eine bessere Verträglichkeit. Hinzu kommt, dass sich so viele Pflanzen für Pflanzenextrakte eignen. Hier ist eine Auswahl an oft verwendeten Rohstoffen: Kamille, Gänseblümchen, Mariendistel, Rosenwurz, Mädesüß, Ringelblume (Calendula), Ginseng, Salbei, Stiefmütterchen, Schafgarbe, Arnika, Olivenblatt, Silberweide, Baldrian, Ingwer und Knoblauch.